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Profi · Kapitel 14 von 14

3D-Druck für Smart Home Gehäuse

3D-Druck für Smart-Home-Gehäuse: passgenaue Cases für Shelly, Raspberry Pi und ESPHome-Sensoren – von der Vorlage bis zur Wandmontage.

Lesezeit: ~7 MinAktualisiert 16. August 2026

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Das Wichtigste in Kürze

3 Kernaussagen für Schnellleser

Für Shelly-Relais, Raspberry-Pi-Kästen und ESPHome-Sensoren fehlen im Handel oft passende Gehäuse. Der 3D-Drucker löst das Problem in einem Nachmittag: Vorlagen auf Printables, unter 1 € Materialkosten – und mit PETG-Filament auch in der Nähe von Netzteilen temperaturfest.

  • 3D-Druck löst das Gehäuse-Problem für Shelly-Relais, Raspberry Pi und ESPHome-Sensoren: passgenaue Vorlagen, unter 1 € Materialkosten, in einem Nachmittag fertig.
  • Drucke immer in PETG statt PLA – PETG hält Temperaturen bis ca. 80–85 °C aus, PLA verformt sich schon ab ca. 55 °C.
  • Tausende fertige Vorlagen auf Printables und Thingiverse ersparen dir den Entwurf von Null.

Warum eigene Gehäuse drucken?

Smart-Home-Komponenten sind oft kleine Platinen ohne Gehäuse: Shelly-Relais hängen nackt an der Wand, Raspberry Pis liegen auf dem Schreibtisch, und ESPHome-Sensoren bestehen aus einer kleinen Platine mit ein paar Drähten. Kommerzielle Gehäuse gibt es nicht für jedes Gerät – und wenn, sind sie teuer und passen oft nicht in die vorhandene Installation. Ein 3D-Druck löst dieses Problem: Du entwirfst genau das Gehäuse, das du brauchst, mit den Aussparungen, Wandhalterungen und Lüftungsschlitzen, die dein Setup braucht.

< 1 €Materialkosten für ein typisches Shelly-Gehäuse
200+ €Einstiegspreis für einen brauchbaren FDM-3D-Drucker
10.000+Verfügbare Smart-Home-Gehäuse-Vorlagen auf Printables und Thingiverse (Stand 2026)

Shelly-Gehäuse: Der Klassiker

Shelly-Relais sind die am häufigsten selbst-verkabelten Smart-Home-Komponenten. Sie werden hinter Lichtschaltern, in Verteilerdosen oder auf DIN-Schienen montiert. Die Hersteller-Gehäuse sind funktional, aber oft nicht auf die deutsche Installationspraxis zugeschnitten. Selbst gedruckte Gehäuse lösen das Problem.

Unterputz-Gehäuse für den Lichtschalter

Die häufigste Installation: Ein Shelly 1 oder Shelly 1PM wird hinter einem herkömmlichen Lichtschalter in der Unterputzdose montiert. Das Problem: Die Platine berührt oft die Kabel oder den Schalter. Ein 3D-gedrucktes Gehäuse isoliert die Platine sicher und hält sie mit Klemmen in der richtigen Position. Auf Printables findest du Vorlagen, die exakt für 60-mm-Unterputzdosen nach DIN passen und Clips für den Shelly 1, 1PM, Plus 1 und 2.5 enthalten.

Aufputz-Gehäuse und DIN-Schienen-Montage

Wenn kein Platz in der Dose ist, montierst du den Shelly als Aufputz-Lösung. Ein 3D-gedrucktes Gehäuse bietet Platz für die Platine, die Kabeldurchführung und optional einen DIN-Schienen-Clip. So rastet das Gehäuse auf der Standardschiene im Sicherungskasten ein – professionell und übersichtlich. Die Vorlagen auf Thingiverse berücksichtigen auch den Shelly Plus 2PM mit Temperaturanschluss, dem ein Ausschnitt für das Kabel gestattet wird.

Wärmeableitung beachten

Shelly-Relais können bei höherer Last warm werden. Das Gehäuse muss Lüftungsschlitze haben, damit die Wärme abgeführt wird. Shelly Plus-Modelle schalten bei internen Temperaturen über 90 °C automatisch ab (Over-Temperature-Protection); ältere Shelly 1/1PM haben diesen Schutz nicht zuverlässig. Bei der Vorlagenauswahl darauf achten, dass Schlitze oder Öffnungen vorgesehen sind – besonders beim Shelly 1PM, der keinen Kühlkörper hat.

Pro-Tipp

Drucke Shelly-Gehäuse in PETG(öffnet in neuem Tab) statt PLA. PETG hat eine Glasübergangstemperatur von ca. 80–85 °C (PLA: ca. 55–60 °C, je nach Hersteller), was die Wärme im Sicherungskasten problemlos aushält. PETG ist auch schwerer entflammbar – ein wichtiger Aspekt bei Elektrik-Installationen.

3D-gedrucktes PETG-Gehäuse für einen Shelly-Relais auf einer DIN-Schiene im Sicherungskasten mit LüftungsschlitzenKI-generiert
PETG-Gehäuse mit Lüftungsschlitzen: sicherer Halt für Shelly-Relais auf der DIN-Schiene.

Das Wesentliche in Kürze

3D-Druck und Smart Home ergänzen sich perfekt: passgenaue Gehäuse für Shelly-Relais & Co. schützen die Elektronik und sehen aufgeräumt aus. Immer PETG statt PLA wegen Wärmebeständigkeit. Pi-Gehäuse, Sensor-Halter und fertige Vorlagen folgen darunter.

Raspberry Pi(öffnet in neuem Tab) Gehäuse: Vom nackten Board zur Zentrale

Der Raspberry Pi ist das Herzstück vieler Smart-Home-Installationen. Ohne Gehäuse ist er anfällig für Staub, Kurzschlüsse und mechanische Beschädigungen. Die kommerziellen Gehäuse sind oft generisch und passen nicht zu speziellen Setups – etwa wenn du den Pi mit einem SSD-Hat, einem PoE-Hat oder einem Touchscreen kombinieren willst.

Flachgehäuse mit Kühlkörper

Das Standardgehäuse für den Raspberry Pi 4: ein flaches Design mit integrierten Kühlkörpern, die die CPU und den USB-Controller kühlen. Viele Vorlagen auf Printables bieten einen Lüfter-Einsatz für 30-mm- oder 40-mm-Lüfter. Der Lüfter bläst von unten nach oben durch die Gehäuse-Schlitze – leise und effektiv. Wichtig: Der Zugang zu den GPIO-Pins muss erhalten bleiben, wenn du den Pi mit Zigbee-Sticks oder Sensors-Hats verwendest.

Gehäuse mit DIN-Schienen-Montage

Für eine professionelle Installation im Sicherungskasten: Das Gehäuse hat auf der Rückseite einen DIN-Schienen-Clip. So kannst du den Raspberry Pi neben den Shellys und Sicherungen montieren. Die Vorlagen berücksichtigen den Zugriff auf SD-Karte, Ethernet und USB-Ports. Einige Versionen haben auch Platz für einen SSD-Adapter oder eine High-Endurance microSD(öffnet in neuem Tab), die über USB angeschlossen wird – ideal für Home Assistant mit MariaDB.

Wandmontage mit Kabelkanal

Wenn du den Pi sichtbar an der Wand montieren willst, gibt es Gehäuse mit integriertem Kabelkanal. Alle Kabel (Ethernet, USB, Strom) werden nach hinten in den Kanal geführt – nichts hängt lose herunter. Das Gehäuse kann mit Schrauben oder Doppelklebeband an der Wand befestigt werden. Ideal für Installationen in der Nähe des Routers.

Wusstest du schon?

Der Raspberry Pi 5 erzeugt deutlich mehr Wärme als der Pi 4 (Pi 5: ca. 8–12 W unter Last, Pi 4: ca. 6–7 W). Achte bei Gehäuse-Vorlagen darauf, dass sie für den Pi 5 freigegeben sind – die Bohrungen und Kühlkörper sind anders positioniert. Ein Pi-4-Gehäuse passt mechanisch, aber der Kühlkörper berührt die falschen Chips.

Sensor-Gehäuse: Kompakt und funktional

Selbstgebaute Sensoren mit ESPHome oder geflashte Zigbee-Module brauchen Gehäuse, die drei Anforderungen erfüllen: kompakt genug für unauffällige Montage, stabil genug für den täglichen Gebrauch und funktional mit Öffnungen für Sensoren und Stromversorgung.

Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren

Ein DHT22- oder BME280-Sensor muss mit der Umgebungsluft in Kontakt sein, aber die Platine vor Staub und Feuchtigkeit geschützt werden. Die Lösung: ein Gehäuse mit einem Gitter oder Schlitzmuster in der Nähe des Sensors. Die Platine sitzt geschützt, die Messöffnungen lassen Luft zirkulieren. Viele Vorlagen auf Printables haben ein Clip-System, das die Platine ohne Schrauben festhält – einfacher Zusammenbau in 30 Sekunden.

Bewegungsmelder-Gehäuse

PIR-Bewegungsmelder (z.B. AM312) haben ein Fresnel-Objektiv, das freie Sicht braucht. Das Gehäuse muss eine Öffnung genau für den Sensor-Dom haben. Gleichzeitig braucht es eine Wandhalterung – idealerweise mit Kugelgelenk, um den Erfassungswinkel einzustellen. Solche Vorlagen sind auf Thingiverse gut vertreten und oft für den Einsatz in Unterputzdosen oder als Deckenmontage konzipiert.

Fenster- und Türkontakte

Magnetkontakte bestehen aus zwei Teilen: dem Sensor und dem Magneten. Beide müssen präzise ausgerichtet sein. Ein 3D-gedrucktes Gehäuse hält beide Teile im richtigen Abstand und lässt sich mit Klebeband oder Schrauben am Rahmen befestigen. Besonders bei Mietwohnungen ohne Bohroption ist ein passgenaues Gehäuse, das sich mit 3M-Klebeband montieren lässt, die ideale Lösung.

Pro-Tipp

Wenn du Sensoren in feuchten Räumen (Badezimmer, außen) einsetzt, verwende PETG und drucke mit 100 % Füllgrad. Bei PLA und niedrigem Füllgrad kann Feuchtigkeit durch die Wände dringen. Alternativ nutzt du einen Klarlack-Spray als Versiegelung nach dem Druck.

Wo du Vorlagen findest: Printables, Thingiverse und mehr

Du musst nicht selbst konstruieren – die Community hat tausende fertige Vorlagen erstellt. Die wichtigsten Plattformen:

Printables (Prusa)

Printables ist aktuell die aktivste Plattform für 3D-Druck-Vorlagen. Der Smart-Home-Bereich ist gut strukturiert mit Tags wie "smart home", "home assistant", "shelly" oder "raspberry pi". Besonderheiten: Jede Vorlage hat einen Qualitätsscore, der auf Nutzerbewertungen basiert. Filtern nach "Most Downloads" oder "Highest Rated" führt schnell zu den besten Designs. Die Vorlagen sind ausschließlich als STL- und 3MF-Dateien verfügbar.

Thingiverse

Thingiverse ist die älteste und größte Plattform. Die Suchfunktion ist weniger präzise als bei Printables, aber die Auswahl ist riesig. Suche nach spezifischen Begriffen wie "Shelly 1PM case" oder "Raspberry Pi DIN rail" statt nach allgemeinen Kategorien. Viele ältere Vorlagen sind noch im Thingiverse-Format (ZIP mit STL-Dateien).

GitHub und Reddit

Viele ESPHome- und Home Assistant-Entwickler teilen ihre Gehäusedesigns direkt auf GitHub – oft mit der Original-Datei für Fusion 360 oder OpenSCAD, so dass du das Design anpassen kannst. Der Subreddit r/3Dprinting und r/homeassistant haben regelmäßige Threads mit Gehäuse-Vorstellungen. Wenn du etwas anpassen musst, sind die OpenSCAD-Dateien auf GitHub die beste Wahl. OpenSCAD ist kostenlos und textbasiert – ideal, wenn du programmieren kannst. Für visuelle Anpassungen ohne Code ist Tinkercad (kostenlos, im Browser, kein Download nötig) der einfachere Einstieg.

Worauf du bei Vorlagen achten solltest

  • Druckbarkeit prüfen: Keine überhängenden Strukturen ohne Stützstruktur. Vorlagen mit "print-in-place" sind am einfachsten.

  • Maßgenauigkeit: Lies die Kommentare – andere Drucker berichten oft, ob die Maße stimmen oder angepasst werden müssen.

  • Material-Eignung: Die Vorlage sollte angeben, ob sie für PLA, PETG oder ABS gedacht ist. Hitzebeständende Teile müssen zwingend in PETG oder ABS gedruckt werden.

  • Lizenz beachten: Die meisten Vorlagen stehen unter Creative Commons. Kommerzielle Nutzung ist oft ausgeschlossen.

  • Bewertungen lesen: Vorlagen mit vielen positiven Bewertungen und ausführlichen "Makes" (Fotos von gedruckten Exemplaren) sind verlässlicher.

    Wusstest du schon?

    Mit OpenSCAD kannst du Gehäuse parametrisch definieren – das heißt, du gibst die Abmessungen als Variablen am Anfang der Datei an (Länge, Breite, Wandstärke) und das Skript generiert das Modell automatisch. So kannst du ein Gehäuse mit einem einzigen Parameter-Change für verschiedene Platinen anpassen, ohne das gesamte Design neu zu zeichnen.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für Shelly-Gehäuse einen eigenen 3D-Drucker oder reicht ein Druck-Service?
Beides funktioniert. Für ein einmaliges Gehäuse lohnt sich ein Online-Druck-Service (z. B. JLCPCB, Craftcloud) – du lädst die STL-Datei hoch und bekommst das fertige Teil zugeschickt. Wenn du regelmäßig druckst oder mehrere Gehäuse für verschiedene Shelly-Modelle brauchst, amortisiert sich ein eigener Drucker ab ca. 10–15 Drucken.
PETG oder PLA – was ist besser für Elektroinstallationen?
PETG ist klar vorzuziehen. PLA beginnt sich ab ca. 55–60 °C zu verformen – das ist im Sicherungskasten oder hinter Lichtschaltern schnell erreicht. PETG hält bis ca. 80–85 °C aus und ist schwerer entflammbar. Für alle Gehäuse, die in der Nähe von Strom oder Wärme montiert werden, ist PETG Pflicht.
Wie viel kostet ein typisches Smart-Home-Gehäuse aus dem 3D-Drucker?
Bei einem FDM-Drucker kostet ein kleines Shelly-Gehäuse (ca. 20–30 g PETG) unter 1 €. Ein Raspberry-Pi-Gehäuse (ca. 80–120 g) liegt bei 2–4 €. Der Drucker selbst kostet ab ca. 200 €; das Filament kostet ca. 20–30 € pro Kilogramm.
Welche Vorlagen sind für Einsteiger am einfachsten zu drucken?
Vorlagen mit dem Tag 'print-in-place' oder 'no supports needed' (keine Stützstruktur nötig) sind am einfachsten. Auf Printables kannst du nach 'Easy Print' filtern. Shelly-Unterputz-Gehäuse und einfache Sensor-Clips haben meist sehr gute Druckbarkeit und benötigen keine Feineinstellungen.
Funktionieren 3D-gedruckte Gehäuse auch im Außenbereich?
Ja, aber nur mit PETG und UV-beständigem Filament. Standard-PETG verblasst nach einigen Monaten UV-Exposition. Für Outdoor-Gehäuse empfiehlt sich entweder spezielles UV-stabiles PETG oder ein Klarlack-Spray als Schutzschicht. PLA ist für den Außenbereich ungeeignet – es quillt bei Feuchtigkeit und verformt sich bei Sommerhitze.