Prusa MK4 Bausatz
Die langfristige Open-Source-Option mit starker Ersatzteilversorgung.

Stufe 1 · Kapitel 4 von 5
Von der Idee zum fertigen Druck: Modell finden, Slicer einstellen, Druck starten und das Ergebnis bewerten — dein kompletter erster Durchlauf.
In 30 Sekunden
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Du brauchst eine 3D-Datei, die dein Drucker verstehen kann. Die gängigsten Formate sind STL (nur Geometrie) und 3MF (Geometrie + Farbe + Einstellungen). So findest du Modelle:
Die Plattform von Prusa. Saubere Oberfläche, gute Suchfunktion, viele Smart-Home-Modelle. Kostenlos, Anmeldung optional. Qualitätsprüfung durch die Community. Files im 3MF- und STL-Format.
Bambu Labs Plattform. Viele fertige Profile für Bambu-Drucker, die du mit einem Klick direkt an den Drucker senden kannst. Besonders stark bei All-in-One-Profilen.
Der Oldtimer unter den Plattformen. Riesige Auswahl, aber teils veraltete Modelle und langsame Seite. Praktisch für klassische Smart-Home-Gehäuse (Shelly, Raspberry Pi).
Pro-Tipp
Such auf Printables nach dem Gerätenamen, für das du ein Gehäuse brauchst — z.B. „Shelly 1pm case" oder „Raspberry Pi 4 wall mount". Du wirst überrascht sein, wie viele fertige Modelle es gibt.
Der Slicer ist die Software, die dein 3D-Modell in Maschinenbefehle übersetzt. Er schneidet das Modell in Schichten und berechnet die Bahnen, die der Druckkopf abfahren muss. Drei Slicer dominieren den Markt:
Für den allerersten Druck orientiere dich an diesen Standardeinstellungen. Du kannst sie später optimieren — für den Anfang reichen sie:
| Einstellung | PLA Wert | PETG Wert |
|---|---|---|
| Schichtdicke | 0,2 mm | 0,2 mm |
| Drucktemperatur | 210 °C | 235 °C |
| Betttemperatur | 60 °C | 80 °C |
| Infill (Füllung) | 15 % Gyroid | 15 % Gyroid |
| Druckgeschwindigkeit | 50 – 60 mm/s | 40 – 50 mm/s |
| Wanddicke | 3 Linien (0,6 mm) | 3 Linien (0,6 mm) |
| Support (Stützstrukturen) | Nur wenn nötig | Nur wenn nötig |
Wusstest du schon?
Gyroid-Infill (wirbelförmige Füllung) ist die beste Wahl für die meisten Anwendungen: Sie ist isotrop (gleich stark in alle Richtungen) und braucht weniger Material als Raster-Infill bei gleicher Stabilität.
Der Slicer hat eine G-Code-Datei erzeugt. Jetzt geht es an den Drucker. Je nach Modell gibt es verschiedene Wege, den Druck zu starten:
Bevor der Druck losgeht, überprüfe drei Dinge:
Pro-Tipp
Die ersten 5 Minuten beim Druck sind kritisch. Bleib in der Nähe und kontrolliere, ob die erste Schicht sauber auf dem Bett liegt. Wenn sie sich löst oder knittert, brich den Druck ab und rekalibriere das Leveling.
Wenn der Druck fertig ist, gibt es eine wichtige Grundregel: Geduld. Das Bauteil ist noch warm und weich. Warte, bis das Druckbett auf ca. 40 °C abgekühlt ist — dann löst sich das Bauteil fast von selbst.
Praktische Tipps zum Ablösen:
Wenn dein erster Druck fertig ist, bewerte ihn systematisch. Die häufigsten Probleme und ihre Ursachen:
Ursache: Druckbett nicht leveliert oder Düsenabstand zu groß. Lösung: Auto-Leveling durchführen, Bett reinigen (Isopropanol), Z-Offset anpassen. Die erste Schicht muss leicht in das Bett „hineingedrückt" aussehen.
Ursache: Filament tropft beim Überfahren leerer Strecken. Lösung: Retraction-Einstellungen erhöhen (Retraction Distance auf 0,8 mm, Retraction Speed auf 40 mm/s). Auch hilft eine geringfügig niedrigere Drucktemperatur.
Ursache: Druckkopf stößt gegen das Bauteil oder Riemen rutscht. Lösung: Riemen straffen, Druckgeschwindigkeit reduzieren, sicherstellen, dass keine Kollision mit Support-Strukturen auftritt.
Ursache: Zu steile Überhänge (mehr als 45°) ohne Support. Lösung: Support aktivieren für Überhänge ab 45°, Bauteil drehen so dass Überhänge minimiert werden, oder Design anpassen.
Pro-Tipp
Druck als allererstes eine #3DBenchy (das kleine Testboot). Es testet gleichzeitig Überhänge, Brücken, feine Details, Z-Achsen- Qualität und Wandstärke. In 45 Minuten weißt du, ob dein Drucker gut eingestellt ist — oder was du optimieren musst.
Nachdem dein Drucker aufgebaut und kalibriert ist, empfiehlt sich folgende Reihenfolge:
Wusstest du schon?
Der Name „Benchy" ist ein Kofferwort aus „Benchmark" und „Tugboat" (Schleppboot). Das Modell wurde 2015 von CreativeTools als universeller Drucktest veröffentlicht und ist seitdem das meistgedruckte 3D-Objekt der Welt.
Der erste Druck ist immer besonders — aber er ist einfacher, als es klingt. Modell herunterladen, Slicer-Einstellungen wählen, G-Code an den Drucker senden, und los geht es. Die häufigsten Probleme (Haftung, Stringing, Layer Shift) lassen sich mit einfachen Korrekturen beheben. Starte mit PLA, drucke eine Benchy, und danach dein erstes Smart-Home-Gehäuse. Sicherheit beim Drucken wir uns im nächsten Artikel an.
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Pflicht zur Reinigung des Druckbetts.