HomeMatic CCU3
HomeMatic CCU3 — Zentrale für HomeMatic RF und HomeMatic IP.

Stufe 2 · Kapitel 6 von 16
HomeMatic und HomeMatic IP sind im deutschsprachigen Raum die etabliertesten Smart-Home-Systeme. Dieser Artikel zeigt, wie du die CCU3-Zentrale einrichtest, RaspberryMatic als Alternative nutzt, dein erstes Gerät anlernst und alles mit Home Assistant verknüpfst.
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Wer die fertige Zentrale ohne Basteln will, setzt auf die HomeMatic CCU3 (Central Control Unit 3): ein kompakter Linux-Rechner im weißen Gehäuse von eq3/eQ-3 mit integriertem RF-Sendemodul (868 MHz) und HomeMatic-IP-Modul. Im Lieferumfang enthalten sind Netzteil, LAN-Kabel und Kurzanleitung.
Verbinde die CCU3 per Ethernet-Kabel mit deinem Router und schließe das Netzteil an. Nach dem Einschalten dauert der erste Start etwa zwei bis drei Minuten. Die Info-LED blinkt in dieser Zeit. Sobald sie dauerhaft leuchtet, ist die CCU3 erreichbar unter http://ccu3-webui. Alternativ kannst du die IP-Adresse verwenden, die dein Router der CCU3 zugewiesen hat. Die Zentrale läuft dauerhaft — fällt der Strom aus, leidet die Stabilität des Funknetzes. Eine APC Back-UPS BX750MI lohnt sich daher früh.
Beim ersten Aufruf der WebUI wirst du aufgefordert, ein Passwort zu setzen und die Sprache zu wählen. Danach kannst du optional die Firewall-Einstellungen anpassen und ein Firmware-Update durchführen. Ein Firmware-Update direkt zu Beginn ist empfehlenswert, da die vorinstallierte Version oft veraltet ist.
RaspberryMatic ist ein Community-Projekt, das die CCU3-Software auf einen Raspberry Pi 4portiert. Du bekommst die gleichen Funktionen der originalen CCU3 — inklusive aller Updates und der gleichen WebUI —, zahlst aber nur die Hardwarekosten (ab ca. 35 Euro) plus ein optionales eQ-3 HomeMatic Funkmodul RPI-RF-MOD (HM-MOD-RPI-PCB oder RPI-RF-MOD, ca. 30 bis 50 Euro) für klassische RF-Geräte. Du musst das Funkmodul selbst anschließen — entweder per GPIO-Steckverbinder oder per USB-Adapter.
Die Installation ist simpel: du spielst das RaspberryMatic-Image auf eine High-Endurance-microSD (mindestens 8 GB), steckst das Funkmodul auf und bootest den Pi mit einem offiziellen Pi-Netzteil — die CCU-Software läuft 24/7 und reagiert empfindlich auf Spannungsschwankungen. Danach erreichst du die vertraute CCU3-WebUI unter http://raspberrymatic. RaspberryMatic wird täglich aktualisiert und bietet oft neuere Funktionen vor der offiziellen CCU3-Firmware.
Pro-Tipp
Wenn du ohnehin einen Raspberry Pi im Haus hast, ist RaspberryMatic die bessere Wahl. Du sparst über 80 Euro gegenüber der CCU3, bekommst die gleiche Software plus eine aktivere Community und kürzere Update-Zyklen.
Wusstest du schon?
RaspberryMatic läuft auch als Docker-Container oder als Add-on in Home Assistant. So kannst du CCU3 und Home Assistant auf demselben Rechner betreiben — ohne zusätzliche Hardware.
Das Anlernen (Pairing) eines HomeMatic- oder HomeMatic IP-Geräts erfolgt über die WebUI der CCU3. Der Vorgang ist für beide Funkstandards ähnlich, unterscheidet sich aber leicht in den Menüpfaden:
Für den ersten Test eignen sich ein HomeMatic-IP-Heizkörperthermostat oder ein Fenster- und Türkontakt — beide koppeln per Anlerntaste in Sekunden. Wer gleich das Rauchmelder-Mesh mit aufbauen will, startet mit dem Homematic IP Rauchmelder.

HomeMatic und HomeMatic IP klingen ähnlich, nutzen aber unterschiedliche Funkprotokolle und sind nicht direkt miteinander kompatibel. Die CCU3 unterstützt beide Welten parallel:
Das klassische HomeMatic-System nutzt BidCos-RF auf 868 MHz. Es gibt hunderte Geräte: Heizkörperthermostate, Fensterkontakte, Lichtschalter, Rollladenaktoren und mehr. Die Kommunikation ist bewährt und stabil, aber die Konfigurationsoberfläche wirkt teilweise angestaubt. Die Reichweite pro Gerät beträgt ca. 30 Meter im Haus, bei Durchschnittswänden.
HomeMatic IP verwendet IPv6-basierte Kommunikation über 6LoWPAN auf 2,4 GHz oder 868 MHz (je nach Gerät). Das System ist moderner, bietet Verschlüsselung ab Werk und eine aufgeräumtere App. Allerdings ist die Geräteauswahl kleiner als beim klassischen HomeMatic-RF, und die Preise sind etwas höher.
Home Assistant unterstützt HomeMatic seit langem über die integrierte "HomeMatic"-Integration. Sie verbindet sich über die XML-RPC-Schnittstelle der CCU3 und liest alle Geräte samt Zuständen als Entitäten in Home Assistant ein. Dafür brauchst du eine eigene Home-Assistant-Instanz — die CCU3 ersetzt keine HA-Zentrale. Ein Home Assistant Green reicht für die Integration; alternativ spielst du Home Assistant OS auf einem Raspberry Pi. So kannst du HomeMatic-Geräte in Home-Assistant-Automatisierungen nutzen — ohne die CCU3-WebUI zu verlassen.
Pro-Tipp
Vermeide es, Automatisierungen auf derselben Logik parallel in der CCU3 und in Home Assistant zu definieren. Wähle ein System als Automatisierungs-Zentrale — sonst drohen Endlosschleifen und unvorhersehbares Verhalten.
HomeMatic CCU3 — Zentrale für HomeMatic RF und HomeMatic IP.
USV — unterbrechungsfreie Stromversorgung für Smart-Home-Zentrale und Router.
Der Preis-Leistungs-Favorit für Home Assistant und ioBroker im Einstieg.
HomeMatic Funkmodul (HM-MOD-RPI-PCB / RPI-RF-MOD) für RaspberryMatic.
Robuster Speicher für dauerhafte Schreiblasten von Home Assistant.
Saubere Stromversorgung, damit dein Setup stabil und datenfest bleibt.
Homematic IP Heizkörperthermostat — klassisches Erstgerät für CCU3/RaspberryMatic.
Homematic IP Fenster- und Türkontakt — einfaches Erstgerät zum Koppeln an der CCU3.
Homematic IP Rauchmelder — ausfallsicheres Siren-Mesh über CCU/Access Point.
Standard-Batterien für smarte Sensoren.
Fertige Home-Assistant-Zentrale ohne Raspberry-Pi-Basteln.