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Stufe 1 · Kapitel 2 von 5

Photovoltaik + Smart Home

Eine PV-Anlage ohne Smart Home verschenkt Geld. Wer Erzeugung und Verbrauch koordiniert, steigert den Eigenverbrauch, senkt Stromkosten und nutzt Überschuss statt ihn für Cent-Beträge einzuspeisen.

4 Min. LesezeitAktualisiert 3. Juni 2026

In 30 Sekunden

  • PV + Smart Home ist die Kombination mit dem höchsten ROI im Energie-Bereich.
  • Eigenverbrauch statt Einspeisung spart 20–30 ct/kWh — zehn Mal mehr als die Einspeisevergütung.
  • Du brauchst: Wechselrichter mit API, Smart Meter und eine Smart-Home-Zentrale (Home Assistant, ioBroker, openHAB).
  • Batteriespeicher sind sinnvoll — aber erst, wenn du den Eigenverbrauch bereits per Automatisierung maximiert hast.

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PV-Grundlagen in 60 Sekunden

Photovoltaik-Module wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom. Der Wechselrichter macht daraus netzkompatiblen Wechselstrom. Was du selbst verbrauchst, ist Eigenverbrauch; was übrig bleibt, fließt ins Netz und wird mit der Einspeisevergütung vergütet. Eine typische 10-kWp-Anlage in Süddeutschland erzeugt ca. 10.000 kWh/Jahr — bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh fließen ohne Optimierung etwa 6.000 kWh ins Netz.

Ohne Smart Home liegt der Eigenverbrauch meist bei 25–35 % — du verkaufst also 65–75 % deiner Produktion für 8 ct/kWh, während du gleichzeitig Strom für 35 ct/kWh kaufst. Genau hier setzt das Smart Home an.

Eigenverbrauch vs. Einspeisung — die Rechnung

Jede kWh, die du selbst nutzt, spart dir den Bezugspreis (ca. 35 ct/kWh in 2026). Jede kWh, die du einspeist, bringt dir die Einspeisevergütung (ca. 8 ct/kWh nach EEG). Die Differenz von 27 ct/kWh ist dein Sparpotenzial. Wenn du also 1.000 kWh mehr selbst verbrauchst statt einzuspeisen, sparst du 270 € im Jahr — allein durch clevere zeitliche Verschiebung von Verbrauchern.

SzenarioEigenverbrauchEinspeisungJährl. Ersparnis
Kein Smart Home30 %70 %
Mit Shelly + Zeitplänen45 %55 %+150–250 €
Mit PV-Überschuss-Steuerung55–65 %35–45 %+300–450 €
Mit PV-Steuerung + Batterie70–80 %20–30 %+400–600 €

Wusstest du schon?

Die Einspeisevergütung nach EEG 2023 liegt bei ca. 8 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp. Der Strombezug kostet dagegen 33–38 ct/kWh. Jede selbst genutzte kWh ist also ca. viermal mehr wert als eine eingespeiste.

Was du brauchst: Die technische Basis

  • Wechselrichter mit API: Ohne Daten vom Wechselrichter keine Automatisierung. SMA (Speedwire / Webconnect), Fronius (Solar API), Kostal (REST API) und SolarEdge (Monitoring API) sind gut integriert. Achte beim Kauf darauf, dass dein Wechselrichter eine lokale API bietet — Cloud-only ist fehleranfällig und datenschutzkritisch.
  • Smart Meter: Ein Zweirichtungszähler mit Auslesbarkeit ist in Deutschland ab 2025 ohnehin Pflicht. Für Smart-Home-Zwecke brauchst du einen Energie­sensor, der Bezugs- und Einspeiseleistung in Echtzeit liefert — idealerweise per Modbus, REST oder MQTT. Shelly 3EM, Volkszähler oder der integrierte Energiezähler des Netzbetreibers funktionieren.
  • Zentrale Steuerung: Home Assistant, ioBroker oder openHAB sind die Schaltzentrale. Hier laufen die Daten vom Wechselrichter und Zähler zusammen, und hier definierst du Automatisierungen: „Wenn PV-Überschuss > 500 W → Waschmaschine starten" oder „Wenn Bezug > 2.000 W → Heizstab drosseln."
  • Schaltbare Verbraucher: Shelly Plug S, Shelly 1PM, Shelly Plus 1 oder andere smarte Relais/Steckdosen für die Geräte, die du zur Sonne schalten willst.

Batteriespeicher: Sinnvoll — aber nicht der erste Schritt

Ein Stromspeicher fängt den Überschuss zur Mittagsstunde auf und gibt ihn abends wieder. Klingt perfekt — aber die Wirtschaftlichkeit hängt von drei Faktoren ab: Speicherpreis, Strompreis und Eigenverbrauchsquote ohne Speicher. Wenn du mit Automatisierungen bereits 55–65 % Eigenverbrauch erreichst, bringt ein Speicher weitere 10–15 % — das amortisiert einen 5.000–8.000 € teuren Akku in 8–12 Jahren. Bei steigenden Strompreisen und sinkenden Speicherpreisen verbessert sich die Rechnung.

Unsere Empfehlung: Erst Smart-Home-Automatisierung, dann Speicher. Dann weißt du genau, wie groß der Speicher sein muss — und vermeidest eine Überdimensionierung.

Pro-Tipp

Wenn dein Wechselrichter gerade keinen Überschuss meldet, heißt das nicht, dass du keinen Eigenverbrauch hast. Der Eigenverbrauch läuft „unsichtbar" — dein Haus zieht Strom, während die PV produziert, und der Überschuss ist nur der Rest. Smart Home greift genau in diesen „Rest-Überschuss" ein und verschiebt Lasten dorthin. Der PV-Optimierer zeigt dir, wie viel du durch Lastverschiebung zusätzlich einsparen kannst.

Alle Produkte aus diesem Guide

Shelly 3EM

Dreiphasige Messung am Zählerschrank für Gesamtverbrauch und Lastprofile.

Shelly Plug S

Der schnellste Einstieg in Verbrauchsmessung pro Gerät und Standby-Kontrolle.

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