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Stufe 2 · Kapitel 5 von 6

Shelly-Gehäuse drucken — Praxisguide

Shelly-Relais gehören zu den verbreitetsten Smart-Home-Aktoren — und zu den Geräten, für die die meisten 3D-gedruckten Gehäuse existieren. Dieser Guide zeigt dir, welche Gehäusetypen es gibt, worauf du beim Druck achten musst und wie du Shellys sicher installierst.

6 Min. LesezeitAktualisiert 3. Juni 2026

In 30 Sekunden

Shelly-Geräte unterscheiden sich stark in Form und Abmessungen — nicht jedes Gehäuse passt auf jedes Modell. Unterputz-Gehäuse müssen in Standard-Unterputzdosen passen, Aufputz-Gehäuse brauchen Kabeldurchführungen und optional DIN-Schienen-Clips. PETG statt PLA empfohlen wegen höherer Temperaturbeständigkeit.

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Shelly-Geräte im Überblick

Bevor du ein Gehäuse suchst oder designst, musst du wissen, welche Shelly-Modelle du hast. Die wichtigsten für 3D-Druck-Gehäuse:

  • Shelly 1: 46 × 38 × 19 mm — der Klassiker. Ein Kanal, Relais, Skriptfähig. Braucht Kühlung bei Dauerlast.
  • Shelly Plus 1PM: 38 × 36 × 16 mm — kompakter Nachfolger mit Strommessung. Gleiche Einbausituation, anderes Layout.
  • Shelly Dimmer 2: 46 × 41 × 21 mm — dicker als der Shelly 1 wegen Dimmer-Elektronik. Braucht mehr Platz in der Dose.
  • Shelly 2.5: 54 × 38 × 20 mm — zwei Kanäle, entsprechend breiter. Wird seit 2023 nicht mehr produziert, aber viele sind noch installiert.
  • Shelly Plug S: Steckerform — braucht ein komplett anderes Gehäusekonzept (Aufsteck- statt Einlegegehäuse).

Die Abmessungen unterscheiden sich genug, dass ein Shelly-1-Gehäuse nicht einfach auf einen Shelly Plus 1PM passt. Beim Suchen oder Designen immer das konkrete Modell angeben. Für die Steckdosen-Variante ohne Unterputz-Dose eignet sich der Shelly Plug S — dafür gibt es eigene Aufputz- und Wandclip-Gehäuse auf Printables.

Unterputz-Gehäuse — in der Wanddose

Die häufigste Installationsart für Shelly-Relais in Deutschland: Die Elektronik wird in eine Standard-Unterputzdose (60 mm Durchmesser) eingebaut, neben oder hinter einem Lichtschalter. Das 3D-gedruckte Gehäuse schützt den Shelly, fixiert ihn in der Dose und hält Kabel geordnet.

  • Dosen-Standard: 60 mm Durchmesser, 40–60 mm Tiefe. Das Gehäuse muss in diese Abmessungen passen — kein Spiel für kreative Formen.
  • Halterungclip: Die meisten UP-Gehäuse haben Clips, die sich an der Dosen-Innenwand einklinken — oder sie werden mit der Schraube des Lichtschalters fixiert.
  • Kabelmanagement: In der Dose ist wenig Platz. Das Gehäuse muss Kabelkanäle oder -führungen haben, damit nichts gequetscht wird.
  • Kombination mit Schalter:Viele UP-Gehäuse sind so entworfen, dass Shelly und Schalter-Rahmen gleichzeitig passen. Suche nach „Shelly 1 Unterputz mit Wippe".

Pro-Tipp

Drucke UP-Gehäuse zuerst ohne Infill als Prüfkörper — nur die Außenwände mit 2 Perimetern. Das dauert 15 Minuten und zeigt dir, ob der Shelly in die Dose passt, bevor du den 2-Stunden-Druck startest.

Aufputz-Gehäuse — sichtbar an der Wand

Nicht überall gibt es eine Unterputzdose — im Keller, in der Garage oder bei Nachrüstungen ohne Renovierung. Aufputz-Gehäuse werden direkt an die Wand geschraubt oder geklebt. Das gibt dir mehr gestalterischen Freiraum, aber das Gehäuse ist sichtbar.

  • Kabeldurchführung: Mindestens ein Kabeleingang (meist unten oder hinten) und ggf. einen seitlichen Durchbruch für die Lastkabel.
  • Kabelbinder-Osen: Kleine Ösen am Gehäuseboden erlauben Kabelbinder als Zugentlastung — professionell und einfach.
  • Deckel mit Scharnier: Ein aufklappbarer Deckel mit Filament-Scharnier macht Wartung einfach — du musst nicht jedes Mal schrauben.
  • IR-Empfänger-Fenster:Shellys mit Infrarot-Sensor (z. B. Shelly Plus 1PM) brauchen ein durchlässiges „Fenster" — dünn gedrucktes PETG (0,8 mm) lässt IR-Strahlung passieren.

Wusstest du schon?

Auf Printables gibt es AP-Gehäuse mit integriertem DIN-Schienenclip — du kannst den Shelly dann einfach auf die Hutschiene im Schaltschrank clippen. Das ist installateurfreundlich und sieht professionell aus.

DIN-Schienen-Montage (Hutschiene)

Normale Shellys haben keine DIN-Schienen-Befestigung — aber 3D-Druck löst das Problem. Es gibt zwei Ansätze:

  • Gehäuse mit integriertem Clip: Das Gehäuse hat einen geclippten Hutschienen-Halter direkt am Boden. Einfach auf die Schiene drücken — fertig.
  • Adapterplatte: Eine separate Platte mit DIN-Schienenclip, auf die das AP-Gehäuse geschraubt wird. Flexibler, aber mehr Teile.

DIN-Schienen-Clips sind mechanisch hoch belastet — der Clip muss sicher einrasten und nicht abbrechen. Drucke diese Teile mit 0,15 mm Schichtdicke und 4 Perimetern in PETG — PLA wird durch die Federkraft mit der Zeit spröde und bricht.

Verdrahtung im Gehäuse beachten

Das beste Gehäuse nutzt nichts, wenn die Kabel nicht passen. Schraubklemmen auf dem Shelly-Board sind die Verbindungsstelle — und sie bestimmen, wo Kabeldurchführungen sein müssen.

  • Klemmenposition kennen: Schraubklemmen sitzen bei den meisten Shellys auf einer Längsseite — plane die Kabelzuführung entsprechend.
  • Kabelquerschnitt einplanen: 1,5 mm² oder 2,5 mm² Festleiter brauchen Platz — berechne den Biegeradius im Gehäuse.
  • Trennung: Netzspannung (230 V) und Niederspannung (z. B. Schalter-Eingänge) sollten im Gehäuse getrennt geführt werden — ein Trennsteg oder getrennte Kabelkanäle sind empfehlenswert.
  • Wackelkontakte vermeiden: Lose Kabel können Klemmen belasten. Kabelbinder oder Kabelkanäle im Gehäuse fixieren die Leitungen sicher.

Pro-Tipp

Verwende Aderendhülsen (Ferrulen) für alle flexiblen Leiter, die in Shelly-Schraubklemmen eingeführt werden — das ist Vorschrift nach VDE und verhindert, dass feine Litzen aus der Klemme rutschen.

Hitzemanagement und Brandschutz

Shelly-Relais schalten 230 V und können sich bei Dauerlast auf über 60 °C erwärmen. Das Gehäuse muss diese Temperatur aushalten — und der Nutzer muss wissen, was er tut.

  • PETG statt PLA: PLA wird ab ca. 55 °C weich — zu nah an der Betriebstemperatur eines Shelly unter Last. PETG hält bis 80–85 °C und ist die sichere Wahl.
  • Belüftung: Lüftungsschlitze im Gehäuse erlauben Konvektion. Mindestens 3–4 mm breite Schlitze oben und unten.
  • Abstandshalter: Platziere den Shelly nicht direkt an die Gehäusewand — 3–5 mm Luftspalt zur Wand erlauben Luftzirkulation.
  • Lastgrenze beachten: Shelly 1 ist für 16 A spezifiziert, aber nicht jede Last darf dauerhaft geschaltet werden. Hohe Ströme = mehr Wärme.

UL 94 und Flammschutz — was du wissen musst

Bei Geräten, die mit 230 V arbeiten, ist Brandschutz kein optionales Thema. Standard-Filamente wie PLA und PETG sind nicht flammhemmend — sie brennen, wenn sie entzündet werden. Die UL 94-Norm klassifiziert Kunststoffe nach ihrer Brennbarkeit:

  • UL 94 HB: Horizontal brennend — langsames Abbrennen. Standard-PLA und PETG entsprechen etwa dieser Klasse.
  • UL 94 V-2: Vertikal brennend, erlischt innerhalb 30 Sekunden — kann Tropfen bilden.
  • UL 94 V-0: Vertikal brennend, erlischt innerhalb 10 Sekunden — die höchste gängige Klasse für Elektronikgehäuse.

Spezielle flammhemmende Filamente (FR-PLA, FR-PETG) gibt es von Herstellern wie Extrudr oder 3D-Fuel — sie erreichen UL 94 V-0. Kostenpunkt: ca. 30–50 Euro pro Spule statt 15–25 Euro für Standard-Filament. Für Unterputz-Installationen wird FR-Filament empfohlen.

Wusstest du schon?

Die VDE-Norm für Elektroinstallationen fordert keine UL 94-Klasse für Zubehörgehäuse — aber professionelle Installateure verwenden grundsätzlich flammhemmendes Material. Wenn du ein Gehäuse für 230 V bestimmst, ist FR-PETG die verantwortungsvolle Wahl.

Tools für die richtige Entscheidung

Nicht sicher, welches Gehäuse für dein Shelly-Setup passt? Nutze unsere Tools, um die richtige Entscheidung zu treffen:

  • Gehäuse-Konfigurator — findet das passende Gehäuse basierend auf deinem Shelly-Modell, Installationsort und Montageart.
  • Kostenrechner — berechnet Materialkosten, Druckzeit und Stromkosten für dein Gehäuseprojekt.

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