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Stufe 2 · Kapitel 1 von 6

Home Assistant Energy Dashboard

Das Home Assistant Energy Dashboard ist das zentrale Instrument, um deinen Stromverbrauch, die PV-Produktion und die Energiekosten im Blick zu behalten. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du es einrichtest — von der Stromzähler-Integration bis zur Kostenverfolgung.

4 Min. LesezeitAktualisiert 3. Juni 2026

In 30 Sekunden

  • Das Energy Dashboard zeigt Verbrauch, Produktion und Kosten auf einen Blick.
  • Stromzähler, PV-Anlage, Gas und Wasser lassen sich separat konfigurieren.
  • Grid Consumption vs. Self-Production werden automatisch berechnet.
  • Tages-, Monats- und Jahresansichten ermöglichen Trend-Analysen.

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Was ist das Energy Dashboard?

Das Energy Dashboard ist ein integriertes Feature in Home Assistant, das seit Version 2021.8 verfügbar ist. Es visualisiert deine Energieströme in einem Sankey-Diagramm: Wie viel Strom kommt aus dem Netz, wie viel von der PV-Anlage, wie viel wird eingespeist, und wo fließt die Energie hin. Im Gegensatz zu einfachen History-Graphen versteht das Energy Dashboard die Richtung des Energieflusses — es weiß, dass PV-Produktion und Netzbezug unterschiedliche Quellen sind.

Das Dashboard ruft seine Daten aus den Long Term Statistics (Langzeitstatistiken) ab, die Home Assistant automatisch für Sensoren mit dem passenden Device Class anlegt. Das bedeutet: Du musst nichts programmieren — nur die richtigen Sensoren konfigurieren.

Stromzähler hinzufügen

Der erste Schritt ist die Integration deines Stromzählers. Wenn du einen Shelly 3EM oder einen anderen intelligenten Zähler nutzt, muss dieser als Sensor in Home Assistant verfügbar sein. Gehe dann wie folgt vor:

  1. Öffne Einstellungen → Dashboards → Energy.
  2. Klicke bei Stromverbrauch auf Konfigurieren.
  3. Wähle den Sensor für deinen Gesamtverbrauch (z. B. sensor.shelly_3em_total_consumption).
  4. Falls du den Verbrauch pro Phase trennen möchtest, kannst du drei separate Sensoren für L1, L2 und L3 angeben.
  5. Setze den Strompreis ein — entweder als fester Wert oder dynamisch über einen Tibber-/aWATTar-Sensor.

Wusstest du schon?

Home Assistant kann den Strompreis als statischen Wert (z. B. 0,32 €/kWh) oder dynamisch aus einem Sensor beziehen. Wenn du Tibber nutzt, steht der aktuelle Preis automatisch als Entität zur Verfügung.

PV-Produktion hinzufügen

Wenn du eine Photovoltaik-Anlage hast, kannst du deren Produktion ins Energy Dashboard einbinden. Wichtig: Du brauchst einen Sensor, der die gesamte erzeugte Energie in kWh misst — nicht die aktuelle Leistung in Watt. Gehe auf StromverbrauchGesamt erzeugte Solar-Energie und wähle deinen PV-Sensor.

Falls dein Wechselrichter die Einspeisung ins Netz separat meldet, trage diesen Sensor bei Energie ins Netz zurückgespeist ein. Home Assistant berechnet dann automatisch:

  • Self-Production = PV-Erzeugung − Einspeisung
  • Grid Consumption = Gesamtverbrauch − Self-Production

Gas und Wasser hinzufügen

Das Energy Dashboard unterstützt neben Strom auch Gas- und Wasserverbrauch. Für Gas brauchst du einen Sensor mit der Device Class gas, für Wasser einen mit water. Die Konfiguration erfolgt analog zum Stromverbrauch: Einstellungen → Energy → Gas bzw. Wasser konfigurieren.

Für Gaszähler eignen sich Impulssensoren (z. B. an einem mechanischen Zähler) oder smarte Zähler wie der Shelly Gas. Gib auch hier den Preis pro m³ oder kWh ein, damit das Dashboard die Kosten berechnet.

Kostenverfolgung einrichten

Das Energy Dashboard kann Energiekosten in Euro anzeigen. Dafür gibst du bei jeder Energiequelle den Preis ein. Du hast zwei Optionen:

  • Fester Preis: Trage z. B. 0,32 €/kWh ein — einfach, aber ungenau bei dynamischen Tarifen.
  • Dynamischer Preis: Verweise auf einen Sensor, der den aktuellen Preis liefert (z. B. sensor.electricity_price von Tibber). Das Dashboard rechnet dann mit stündlich wechselnden Preisen.

Für die Einspeisevergütung kannst du ebenfalls einen Wert oder Sensor angeben. Das Dashboard zeigt dann Netto-Kosten (= Bezugspreis minus Vergütung).

Das Energy Dashboard bietet drei Zeitebenen, die du oben rechts umschalten kannst:

  • Tagesansicht: Zeigt den Energiefluss des aktuellen Tages. Ideal, um PV-Eigenverbrauch in Echtzeit zu prüfen.
  • Monatsansicht: Vergleicht Wochen und zeigt den Monatsverbrauch. Gut, um saisonale Schwankungen zu erkennen.
  • Jahresansicht: Der Gesamtüberblick. Hier siehst du, ob deine PV-Anlage die prognostizierten Erträge liefert.

In jeder Ansicht kannst du auf die Balken klicken, um den Energiefluss für einen bestimmten Tag zu sehen. Das ist besonders nützlich, um zu überprüfen, ob deine Automatisierungen (z. B. Heizstab bei PV-Überschuss) funktionieren.

Grid Consumption vs. Self-Production verstehen

Eines der wichtigsten Konzepte im Energy Dashboard ist die Unterscheidung zwischen Grid Consumption und Self-Production:

  • Grid Consumption = Strom, den du aus dem Netz beziehst. Dafür zahlst du den vollen Preis.
  • Self-Production = Strom, den du direkt von der PV-Anlage verbrauchst. Der kostet dich nur die gestrichene Einspeisevergütung.

Der Autarkiegrad (Self-Sufficiency) gibt an, wie viel Prozent deines Verbrauchs du selbst deckst. Der Eigenverbrauchsanteil (Self-Consumption) zeigt, wie viel Prozent deiner PV-Produktion du selbst nutzt statt einzuspeisen. Beide Werte werden im Dashboard automatisch berechnet.

Pro-Tipp

Nutze MariaDB als Recorder-Datenbank statt der Standard-SQLite. SQLite wird bei großen Mengen an Long Term Statistics langsam, während MariaDB auch bei jahrelanger Historie performant bleibt. Ergänze in deiner configuration.yaml den Recorder mit der MariaDB-Verbindung und setze purge_keep_days: 365, um die Langzeitstatistiken auch nach einem Jahr noch abfragen zu können.

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